Islay 2026 | Teil 1 | Von Salzburg nach Tarbert

Islayitis.

Seit ich aus Schottland wieder zurück bin, leide ich an dieser speziellen Form des Fernwehs, wie es Jim McEwan, der frührere Brennmeister von Bruichladdich, als Begrifflichkeit für meine derzeitige emotionale Stimmung definiert hat.

Grund genug, zumindest schreibend auf die schottische Insel mit ihren mittlerweile aus je nach Zählweise 12 Destillerien hervorbringenden, extrem charakterstarken Whiskys, zurückzukehren.

Dieser erste Teil wird sich mit der Anreise vom Flughafen Salzburg bis nach Tarbert beschäftigen. Einem Flug über Frankfurt nach Glasgow, auf dem uns zumindest ein Dram “Slyrs” begleitet hat. Der einzige Whisky, den die Lufthansa an Bord zu bieten hat.

Wir lassen Stiegl zurück und freuen uns auf Tennents
Flughäfen sind wohl die einzigen Orte auf diesem Planeten, wo niemand auch nur im Ansatz die Nase rümpft, wenn man, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, zu Alkohol greift.

Unser Flug von Salzburg nach Frankfurt, zum weiterführenden Flug nach Glasgow, startete um 10.20h. Wie es die Tradition so will, überbrückten wir die Wartezeit von der Ankunft am Flughafen bis zum Boarding mit einem “Seiterl”, also einem kleinen Bier. Der Flughafen Salzburg bietet hier Stiegl vom Fass. Alles andere als mein Lieblingsbier, aber vom Fass, eiskalt, vor allem mit Blick auf eine kleinere Fernreise und dem schottischen Tennents im Blick, zumindest als einzige Option verkraftbar.

Auf dem Flug nach Frankfurt selbst stärkten wir uns mit dem “Boardcatering” der Lufthansa, einem Stück Schokolade. Von LIndt. Immerhin.

Die Pause in Frankfurt überbrückten wir mit einer Miniatur (5cl) des Standard-Jameson. Nicht schottisch, ich weiß. Aber als Standard-Dram durchaus brauchbar. Zumindest brauchbarer wie Stiegl als Bier.

Auf dem Flug von Frankfurt nach Glasgow orderten wir dann jeweils einen Whisky, wurden beinahe mit Jack Daniels abgespeist, bis wir dann doch unseren bestellten Slyrs erhielten.

Bei den Getränken hat die Richtung, mit minimalen Scharmützeln, also schonmal gestimmt. Beim Flug stimmte die Richtung nach Schottland ohnehin bereits seit dem Abflug in Salzburg.



Mit dem Mini nach Tarbert
Mietwagenfirmen sind ja immer mit Drama verbunden. Man kann buchen was man will und wo man will, man steht schlussendlich am Schalter zur Abholung des gebuchten Fahrzeugs und wird mit “Zusatzangeboten” bombardiert. Diese kann man de facto kaum abschlagen, möchte man nicht in den finanziellen Ruin abdriften, wenn auch nur ein Steinchen die Felge trifft.

Bis jetzt hatte ich in der Beziehung mit Sixt bessere Erfahrungen als dem Rest der Branche gemacht. Nach dem Abholen des Sixt-Fahrzeugs am Flughafen in Glasgow kann ich aber getrost das nächste mal auch wieder Alamo buchen. Von Vorwürfen, wir wären zu spät vor Ort und unser - bereits voll bezahltes - Auto weiterverliehen, bekamen wir als “Upgrade” ein kleineres Auto, einen Mini, mussten dann das “Islay-Package” dazunehmen, weil wir ja auf eine schottische Insel fahren. Die Vollkasko mussten wir, obwohl bereits gebucht, nochmal nehmen.

Das Auto selbst war zwar irgendwie witzig, aber die Sitze auf Strecken über 20 Minuten kaum auszuhalten. Aber vielleicht werde ich mittlerweile auch einfach alt.

Genug des Rants - es ging in Richtung Küste, zu unserem ersten Stopp, dem kleinen Küstenort Tarbert. Von hier dauert die Fahrt nach Kennacraig, und damit zur Fähre nach Islay, keine 10 MInuten. Ideal für unsere Abreise am nächsten Morgen.

Nach dem Bezug unseres wirklich netten Hotels mit tollen GastgeberInnen, einem ausgiebigen Spaziergang durch den kleinen Ort und dem obligatorischen Besuch des örtlichen Co-Op um Wasser und Tennents zu kaufen, konnte der Abend bei Seafood, Bier und Whisky zu Ende gehen.


Scottish Seafood
Scottish Seafood is World’s Best Seafood. Wer je schon Scalopps, also Jakobsmuscheln, aus oder noch besser in Schottland gegessen hat, weiß, wovon hier die Rede ist. Weder in der Größe noch in der Konsistenz konnte je eine Jakobsmuschel außerhalb Schottlands hier mithalten. Von den Austern möchte ich erst gar nicht reden.

Ich lasse die Bilder hier einfach mal wirken, aber nicht ohne einen Tipp. Frische Austern mit wenigen Tropfen Islay-Whisky (meine Favoriten für den Anwendungsfall sind Laphroaig oder Lagavulin) werden euch die kulinarischen Augen unfassbar weit öffnen!

Bevor es dann im nächsten Beitrag mit der Fähre nach Islay geht, lasse ich euch vorerst mit diesem Caledonia Best zurück. Bleibt dran :)

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